Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie Köln
 

Depression im Kinder und Jugendalter

Depression hat viele Gesichter     

Eines dieser Gesichter ist die Depression im Kindes- und Jugendalter. Leichte depressive Verstimmungen bis hin zu schweren depressiven Störungen gehören mit zu den psychischen Erkrankungen, unter denen Kinder und Jugendliche am häufigsten leiden. Aktuell leiden weniger als 2 Prozent der Grundschulkinder und bis 3,6 Prozent der Jugendlichen über 11 Jahre an einer Depression. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, steigt bei Jugendlichen gegenüber Kindern an. Typisch für die Depression im Kindes- und Jugendalter ist, dass sich die Symptome nicht unbedingt in einer melancholischen Grundstimmung mit Traurigkeit, Interesselosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Grübeln oder Antriebslosigkeit zeigen, sondern häufig hinter körperlichen Symptomen, hinter krankhafter Unruhe, Aggressionen oder selbstverletzendem Verhalten verborgen sein können. Diese unterschiedlichen Bilder der Depression führen dazu, dass Depressionen im Kindes- und Jugendalter oft nicht oder sehr spät erkannt werden.      

Die sich zeigenden Symptome einer Depression im Kindes- und Jugendalter sind alters- und entwicklungsabhängig. Siehe hierzu die nachfolgende Tabelle:                                                      

Tabelle: Alterstypische Anzeichen bei Depressionen im Kindes- und Jugendalter    

Kleinkinder (1-3Jahre)

Vorschulalter (4-6 Jahre)

Schulkinder (7-12 Jahre)

Pubertäts-/Jugendalter       (13-18 Jahre)

  • vermehrtes Weinen


  • wirkt traurig         

trauriger Gesichtsausdruck


  • Wortberichte über Traurigkeit


  • vermindertes Selbstvertrauen (Selbstzweifel)


  • Ausdrucksarmut


  • psychomotorische Hemmung


  • psychomotorische Hemmung


  • Lustlosigkeit, Apathie, Konzentrationsmangel


  • erhöhte Irritabilität


  • Ängstlichkeit,         krankhafte Ängste


  • Zukunftsangst, Ängstlichkeit


  • Stimmungsanfälligkeit


  • gestörtes Essverhalten


  • Appetitlosigkeit


  • Appetitlosigkeit


  • psychosomatische Beschwerden, Gewichtsverlust


  • (Ein-)Schlafstörungen


  • (Ein-)Schlafstörungen


  • (Ein-)Schlafstörungen


  • Ein- und Duchschlafstörungen


  • Spielunlust


  • unzulängliches / kontaktarmes, aber auch aggressives Verhalten


  • suizidale Gedanken


  • rhythmische Schwankungen des Befindens


Depression und Suizidalität sind zwei sich überlappende Phänomene. Auch Jugendliche können davon betroffen sein. Vor allem Mädchen ab 14 Jahre sind eine Hauptrisikogruppe für Selbsttötungsversuche. Vollendete Suizide sind dagegen bei Jungen ab dem 14. Lebensjahr häufiger. In der Todesursachenstatistik steht die Selbsttötung bei Jugendlichen an zweiter Stelle. Suizidandrohungen sollten daher immer sehr ernst genommen werden. Wichtig dabei ist, dass Eltern mit ihrem Kind ins Gespräch kommen, ihm Hilfe anbieten oder Anlaufstellen nennen, wo es sich Hilfe holen kann. Bleibt die Stimmung des Kindes unberechenbar und verlieren Eltern den Zugang zu den Gefühlen des Kindes, sollten sie möglichst umgehend eine Praxis oder Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie anrufen und um einen schnellstmöglichen Termin bitten. Im Fall von konkreten Suizidandrohungen können Eltern zum Schütze der Kinder den Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt oder die Polizei benachrichtigen. Eine Depression ist eine Krankheit die behandelt werden kann.                                 

Depression kann jeden treffen
Die Gründe für die Entstehung einer Depression sind vielfältig und noch nicht endgültig geklärt.
        
Unbestritten sind die Zusammenhänge zwischen einerseits psychosozialen und andererseits neurobiologischen Faktoren. Auf beiden Seiten werden Erklärungen und Therapieansätze für die Depression gefunden.
        
Erlebt ein Kind einschneidende Lebensereignisse, z.B. bricht die Familie auseinander, können die Eltern nicht feinfühlig das Kind versorgen, erkrankt ein Familienmitglied schwer, muss ein Umzug mit Schulwechsel vollzogen werden, kann es mit einer anhaltenden Depression reagieren, die behandelt werden muss.
        
Doch längst nicht jedes Kind, das einschneidende Lebensereignisse zu verkraften hat, erkrankt an einer Depression. Es gibt viele Schutzfaktoren, die Kindern helfen mit solchen Lebensereignissen fertig zu werden. Schutzfaktoren dieser Art sind zum Beispiel stabile familiäre Beziehungen, ein guter Freundeskreis, aber auch Persönlichkeitsfaktoren wie Selbstvertrauen, Konfliktfähigkeit und Optimismus.
        
Während der Pubertät kann vielen Jugendlichen einmal die innere Balance verloren gehen. Dies zeigt sich z.B. in starken Stimmungsschwankungen von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt.
        
Doch hinter altersbedingten Stimmungen und Stimmungsschwankungen können sich auch behandlungsbedürftige Störungen verbergen. Aus Gesprächen mit depressiven Jugendlichen weiß man, welche Faktoren die Krankheit auslösen können:

  • sehr viel Streit, z.B. mit den Eltern, der Eltern untereinander und mit Freund oder Freundin,
  • kein Zusammenhalt in der Familie,
  • kein beschützender Ort, an den sich der Jugendliche zurückziehen kann,
  • fehlende Unterstützung und Zuwendung.
              
          

          Andere Faktoren können sein:           

  •   Versagen in der Schule,      
  • Verlust des Arbeitsplatzes,
  • unerwünschte Schwangerschaften
  • Alkohol und Drogen, die die Hemmungen abbauen.
            
                 

          Wichtig ist immer wieder:           

  • depressive Jugendliche erleben sich als unbeliebt       
  • sie haben wenig Freunde,
  • manche ahmen andere nach, die sich selbst aufgegeben haben, und sei es nur, dass sie dies in Filmen gesehen oder Romanen gelesen haben.


Kinder und Jugendliche mit depressiven Störungen haben ein höheres Risiko auch im Erwachsenenalter vermehrt unter negativen Stimmungen zu leiden, in soziale und berufliche Anpassungsprobleme zu geraten.  Aus diesen Gründen ist es wichtig, Anzeichen für Depressionen rechtzeitig zu erkennen und für fachgerechte Hilfe zu sorgen.  Aber:

Depressionen sind kein Zeichen eines persönlichen Versagens, mit schwierigen Lebensumständen umzugehen, sondern eine Erkrankung.

Depression ist behandelbar
Ein depressives Kind ist nicht faul, nicht aggressiv oder unerträglich weil es so sein will. Ein depressives Kind ist krank und benötigt Hilfe. Depressionen heilen nicht von allein.
        
Ein depressives Kind ist auch kein Grund, an seinen elterlichen Fähigkeiten zu zweifeln, es ist aber immer ein Grund, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Grundsätzlich gilt: Je früher die Behandlung beginnt, desto besser.
        
Erste Anlaufstelle für Eltern ist meist der Kinder- und Jugendarzt oder Hausarzt. Er kennt das Kind und die Familie. Er kennt auch andere Spezialisten, die weiterhelfen können: Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Kindes- und Jugendlichenpsychotherapeuten, die für die Behandlung von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen besonders ausgebildet sind.
        
Fast alle depressiven Kinder und Jugendliche können ambulant behandelt werden. Zur Therapie depressiver Störungen im Kindes- und Jugendalter stehen im Wesentlichen psychotherapeutische Maßnahmen zur Verfügung. Hier kommen, je nach Symptomatik, verhaltenstherapeutische oder psychodynamische Therapieformen in Betracht, meist eingebettet in Familienberatung oder familientherapeutische Maßnahmen. In einigen Fällen kann die Behandlung medikamentös unterstützt werden.




In seltenen Fällen ist eine stationäre Therapie notwendig, beispielsweise wenn ein Kind nicht mehr leben möchte, einen Selbstmord ankündigt oder sich selbst wiederholt absichtlich verletzt, wenn die Sicherheit des Kindes in der Familie nicht rund um die Uhr gewährleistet werden kann. Dafür sind kinder- und jugendpsychiatrische Krankenhäuser da.